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Stadthaus 1
Raum 381

Workshop zum barrierefreien Naturerleben auf Haus Heidhorn

Dr. Gerhard Bonn hat als Mitglied der KSVM an einem Workshop zum barrierefreien Naturerleben teilgenommen. Folgender Bericht über den Workshop wurde vom Nabu zur Verfügung gestellt:

"Das Münsterland wird WEGBAR - Naturerleben inklusive"

Um allen Menschen einen Zugang zur Natur zu ermöglichen, sind barrierefreie und inklusive Angebote von großer Bedeutung. Im Wald, auf der Wiese oder über dem Wasser gibt es jedoch viele Hindernisse, die den Aufenthalt in der Natur vor allem für Menschen mit Beeinträchtigungen erschweren. Im Projekt „Natur für alle“ werden gezielte Maßnahmen umgesetzt, um Barrieren in der Münsterländer Natur- und Parklandschaft abzubauen.

Um diese Maßnahmen bestmöglich auf die Bedürfnisse aller Menschen anzupassen, hat die NABU-Naturschutzstation Münsterland am 21. September zu einem Workshop nach Haus Heidhorn eingeladen. Gemeinsam mit Vertretern des Blinden- und Sehbehindertenvereins, der Behindertenkommission sowie Mitarbeitern der Seniorenvertretung Münster und des benachbarten Seniorenpflegeheims der Alexianer wurden die Planungen diskutiert und Lösungen erarbeitet, wie ein freies und selbstständiges Naturerleben gefördert werden kann. Denn wer kann dies besser beurteilen, als die Zielgruppe selbst?

Zunächst wurden die Umbauarbeiten des Geländes durch das Architekturbüro Teschner vorgestellt: Die Wanderwege, Holzbohlenstege und Biotope werden rollstuhlgerecht angelegt. Im Bauerngarten sollen blütenreiche und duftende Pflanzen die Sinne von blinden, älteren oder demenzerkrankten Menschen anregen. Hochbeete ermöglichen generationenübergreifendes Gärtnern. Sitzgelegenheiten und schattige Plätze bieten Möglichkeiten zum Verweilen, Ausruhen und Beobachten. Auf dem Barfußpfad können die Besucher zukünftig die Natur hautnah erleben. Am Wegesrand werden Infotafeln und interaktive Stationen durch die Agentur Impuls Design geplant, die zum Ausprobieren und Entdecken einladen.

Es wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Vereinbarung der Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen ist. Durch vorherige gute Planung, aber auch durch die Flexibilität und Offenheit von Mitarbeitern sowie Natur- und Landschaftsführern können Barrieren der baulichen Infrastruktur, aber auch in der Kommunikation und Zielgruppenansprache abgebaut werden.

Natürlich durfte auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen: Im Anschluss an die Geländebesichtigung und Diskussion testeten die Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein elektrobetriebene Spezialfahrräder wie das Fun2Go und das Velo+. Mit diesen Rädern können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und ohne Anstrengung durch die Münsterländer Landschaft radeln und die Natur genießen.

Die Erfahrungen und Anregungen der Teilnehmer sind für die weiteren Planungen sehr bereichernd. Der Austausch wird auch in Zukunft fortgeführt, sodass voraussichtlich in 2018 gemeinsam die Eröffnung gefeiert werden kann.

Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (EFRE NRW 2014-2020).