Hitzeaktionsplan Münster – Top oder Flop?

Seit September 2024 existiert der Hitzeaktionsplan Münster. In diesem wurde unter Federführung des Gesundheits- und Veterinäramtes zum einen erläutert, weshalb es – angesichts klimatischer Veränderungen mit steigenden sommerlichen Temperaturen – eines solchen Planes bedarf. Zum anderen finden sich darin zwölf verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, Münster auch für besonders schutzbedürftige Personengruppen (Ältere Menschen, Kinder und Schwangere, Menschen in besonderen Lebenslagen) während Hitzeperioden lebenswert zu erhalten.


Mit Blick auf die Zielgruppe „Ältere“ kontaktierte das Landesstudio Münster des Westdeutschen Rundfunk die Geschäftsstelle der Kommunalen Seniorenvertretung Münster mit der Bitte, ob Mitglieder der Kommunalen Seniorenvertretung Münster an einem Fernsehbeitrag über Umsetzung und Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen teilnehmen könnten. Dazu erklärten sich Beate Frankrone, Harald Esser und Günter Klemm gern bereit.

Gestützt auf den onlinebasierten „coolen Stadtplan für heißte Tage“ machten sich die drei Vertreter der Kommunalen Seniorenvertretung Münster – begleitet vom Fernsehteam des Westdeutschen Rundfunk – am 10. August 2026 in der Mittagezeit auf eine knapp zwei Stunden dauernde Tour durch die Innenstadt. Ziel war es, zum einen so genannte „kühle Orte“ zu finden – zum anderen die Versorgung mit frischem Wasser in Form von Refill-Stationen zu testen.

Ausgehend vom – wirklich kühlen – Dom (der sich – wie auch andere Kirchen – im oben genannten Plan findet) steuerten die drei verschiedene Stationen an, die mit einem tropfenförmigen Logo als Refill-Stationen zu erkennen waren. Leider erwiesen sich sowohl das Landesmuseum für Kunst und Kultur (Montags geschlossen) als auch die Volkshochschule Münster (Ferien) an diesem Tag als nicht verfügbar. Zwecks Durstlöschung wurde man dann aber im Stadthaus 1 fündig und konnte die mitgebrachten Trinkflaschen und -becher im Sinne von „Refill“ wieder „auffüllen“.

So gestärkt ging es weiter auf der Suche nach kühlen Orten. Unter anderem finden sich diese auf Spielpätzen, die aber leider in vielen Fällen nicht mit der exakten Adresse auffindbar waren.

Letztlich landete das Team an der Promenade – mit dem Münster ein knapp 4,5 Kilometer langes Alleinstellungsmerkmal besitzt. Dieses bietet bei extremer HItze schattigen Schutz für Fahrradfahrer und Fußgänger.

Als Quintessenz fassten Harald Esser, Beate Frankrone und Günter Klemm zusammen: „Der Hitzeaktionsplan bietet schon gute Ansätze und umgesetzte Maßnahmen, um sich bei extremen Temperaturen Erleichterung zu verschaffen. Gleichwohl bedarf es intensiverer Anstrengungen, um die noch nicht oder nur ansatzweise realisierten Maßnahmen aus dem Aktionsplan bald einer zügigen Verwirklichung zuzuführen. Dazu gehören vorrangig Hitzetelefon und Hitzepatenschaften sowie das Hitzemobil.“ Kein Bestandteil des Planes bilden Maßnahmen im Wohnungsbestand sowie vor allem in Krankenhäusern und Alten- beziehungsweise Pflegeheimen. Hier hoffen die drei Genannten, dass Vermieter und Träger – gegebenenfalls unterstützt durch Fördermittel – sich bald auf den Weg machen.


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