Zwar nicht über den Dächern von Nizza – aber in der 11. Etage des Stadthaus 2 am Ludgeriplatz – und damit einer phantastischen Aussicht über Münster traf sich die Kommunale Seniorenvertretung zu ihrer vorletzten Sitzung in der aktuellen Wahlperiode am Montag, 28. September 2026 um 9:00 Uhr. Dabei stand aber nicht der Blick auf und über Münster im Vordergrund, sondern eine umfangreiche Tagesordnung.
Seitens der Verwaltung waren vier Vorlagen zur Besprechung und Entscheidung angemeldet worden. Zunächst ging es um die Wiederbesetzung der Ombudspersonen nach § 16 WTG NRW sowie Kenntnisnahme des Jahresberichtes 2025. Wie schon bislang, wird auch in den nächsten beiden Jahren Andreas Viehoff-Heithorn (Mitglied der Kommunalen Seniorenvertretung Münster) eine der beiden Ombudspersonen sein und in Konfliktfällen zwischen Heimbewohnern und Betreibern vermitteln.
Das Konzept zu „altersgerechten, inklusiven Quartierstreffs“ nahm das Gremium zustimmend zur Kenntnis. Aufgrund der aktuellen und perspektivisch hoch problematischen Finanzierungssituation bei den Trägern sowie der Stadt Münster äußerten jedoch verschiedene Teilnehmer Zweifel an der Realisierbarkeit vorgesehener Maßnahmen und Ansätze.
Auch die Vorlage zur Tätigkeit der „Arbeitskreise Älter werden in…“ fand einhellige Zustimmung. Wie bereits in der Vergangenheit mehrfach thematisiert, stellt jedoch der räumliche Einzugsbereich mehrerer dieser Arbeitskreise eine Herausforderung dar, welche im Verlauf des weiteren Entwicklungsprozesses angegangen werden sollte.
Mit Schreiben vom 02.12.2021 richtete die Kommunale Seniorenvertretung Münster eine Anregung gem. § 24 GO NRW an den Rat der Stadt Münster. Inhalt: „Die Stadt Münster hat mit Wirkung vom 1. Juli 2021 eine Richtlinie des städtischen Förderprogramms Klimafreundliche Wohngebäude für Münster“ in Kraft gesetzt. Die Stadt Münster wird gebeten, zu prüfen, ob analog eine „Richtlinie des städtischen Förderprogramms altersgerechte Wohngebäude für Münster“ erlassen werden kann.“ Mit Beschlussvorlage vom 10. September 2026 (gezeichnet vom zuständigen Stadtrat Arno Minas) wurde diese Anregung mit folgender Begründung negativ beschieden: „Unter Berücksichtigung der aktuellen Haushaltssituation und fehlender personeller Ressourcen wird daher vorgeschlagen, die Anregung der Kommunalen Seniorenvertretung vom 02.12.2021 nicht aufzugreifen.“ Das Gremium nahm diesen Entscheidungsvorschlag mit großer Enttäuschung sowie Unverständnis zur Kenntnis und verweigerte daher seine Zustimmung.

Günter Klemm verwies in diesem Zusammenhang auf eine kürzlich seitens der Landesseniorenvertretung NRW durchgeführte Regionalkonferenz für den Regierungsbezirk Münster zum Thema „Wohnen im Alter“. Die Überschrift des dazu veröffentlichten Presseberichtes in den Westfälischen Nachrichten vom 24. September 2026 lautet: „Größte soziale Frage unserer Zeit“.
Mit Blick auf die Schnittmengen zwischen Mobilität und demografischem Wandel stellte danach Werner Szybalski in seiner Funktion als Vorsitzender des Regionalverbandes Münsterland des Fahrgastverbandes Pro Bahn dessen Arbeit und Ziele vor. Im Schwerpunkt fokussierte er auf die Notwendigkeit, das Angebot des öffentlichen Verkehrs zu stärken und auszubauen, um auch und gerade für Ältere eine reale Alternative zum motorisierten Individualverkehr bieten zu können.

Unter Bezugnahme auf ein Schreiben der Kämmerei zur vor einigen Wochen erlassenen Haushaltssperre erläuterte Frau Dierkes die Konsequenzen und Auswirkungen dieser Maßnahme. Seitens der Verwaltung dürften nur noch Ausgaben getätigt werden, welche aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung bestünden bzw. für die vor Erlass der Sperre eine Zusage erfolgt sei. Alle anderen (und damit freiwilligen) Leistungen ständen unter dem Vorbehalt der einzelfallbezogenen Genehmigung durch die Kämmerei. Zwar verfüge die Kommunale Seniorenvertretung Münster aus ihrem Jahresbudget 2026 noch über rund 1.500,00 €, könne selbst aber keine Bindung dieser Mittel beschließen bzw. veranlassen. So stehe zum Beispiel die Durchführung des Aktionstages „Gesund und Aktiv“ derzeit nicht sicher fest. Zwar habe die Kommunale Seniorenvertretung Münster beschlossen, für dessen Durchführung 400,00 € bereit zu stellen. Ob dafür jedoch eine Freigabe der Kämmerei erfolgen wird, lässt sich derzeit nicht prognostizieren.
Neben Berichten aus den städtischen Gremien und den internen Arbeitskreisen sowie den Arbeitskreisen „Älter werden in…“ rundeten Berichte des Vorstandes und der Mitglieder die Sitzung ab.


