Wenn jemand viele Jahre oder gar Jahrzehnte in einer Wohnung bzw. im gleichen Stadtteil gelebt hat, liegt der Wunsch nahe, dort auch zu bleiben, wenn altersbedingt Fähigkeiten und Fertigkeiten für ein selbständiges Leben nachlassen oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.
Auf Initiative der Kommunalen Seniorenvertretung Münster in Kooperation mit dem Sozialamt der Stadt Münster und dem Regionalbüro Alter Pflege und Demenz befasste sich am 21. Oktober 2026 von 14.00 – 17.00 Uhr eine Veranstaltung mit diesem überaus wichtigen Themenkomplex.
Welche Bedeutung die oben gestellte Frage und ihre verschiedenen Facetten für viele ältere Bürger unserer Stadt hat, zeigte sich an der Resonanz – über 200 interessierte Menschen fanden den Weg in den Rathausfestsaal. Zum einen ging es um die unterschiedliche Aspekte und Anknüpfungspunkte für Hilfen im geWOHNten Umfeld in Form von Vortragen. Zum anderen präsentierten sich in der 1. Etage des Stadtweinhauses verschiedene Organisationen, Vereine und Initiativen, die konkrete Unterstützung für die genannte Zielgruppe anbieten.
Nach einleitenden Grußworten von Bürgermeister Klaus Rosenau und Barbara Klein-Reid als Vorsitzender der Kommunalen Seniorenvertretung Münster stellten unter Moderation durch Dr. Gerd Jeschke mehrere Referenten Angebote vor, welche unmittelbar dazu beitragen können, einen Verbleib im geWOHNten Umfeld zu erleichtern oder gar zu ermöglichen. Prof. Dr. Bernhard Frevel (Universität Münster) ging aus wissenschaftlicher Sicht auf „Anforderungen an eine altersgerechte Quartiersentwicklung“ ein und spezifizierte dabei sowohl Ansatzpunkte als auch Realisierungsmöglichkeiten.



Unter dem Oberthema „Wo finde ich Hilfe“ kamen danach verschiedene Anbieter bzw. Initiativen zu Wort, die Älteren in Münster mit Rat – aber vor allem Tat – helfen können. Frau Daniela Noack vom Sozialamt Münster ging im Detail auf die „Begegnungsorte von und für ältere Menschen“ ein. Sabine Hoffmann-Landwehr und Thomas Drerup vom Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz stellten danach vor, welche „Alltagshilfen vor Ort“ es gibt. Bevor die Besucher sich in der Pause u. a. an den Ständen der Organisationen, Vereine und Initiativen tiefenscharf über deren Angebote für Ältere informieren sowie an dem Mitmachangebot „Miteinander in Bewegung sein“ beteiligen konnten, erläuterte Frau Melina Schlinge vom Sozialamt Münster die Möglichkeit von Hausbesuchen für Menschen ab 75 Jahren in Münster.


Nach der durch vielfältige Kontakte, Gespräche und Gewinnung von Informationen an den Ständen der Angebote für Seniorinnen und Senioren geprägten Pause folgten drei weitere Vorträge, die auf konkrete Unterstützungsmöglichkeiten ‚vor Ort‘ eingingen.


Sylvia Kortevoß von der Stiftung Magdalenenhospital stellte zum einen das Engagement Älterer im Stadtteil im Rahmen des Projektes „Von Mensch zu Mensch“ vor und erläuterte darüber hinaus, welche Hilfen die Stiftung für „Ein gutes Leben im Alter“ leisten kann. Last but not least vermittelte Günter Klemm (der neben seiner Tätigkeit in der Kommunalen Seniorenvertretung Münster auch im Vorstand von Anti Rost Münster mitarbeitet), wie dieser Verein ganz konkret und kleinteilig hilft, wenn im Haushalt Probleme auftreten, für die man entweder keinen Handwerker bekommt oder dessen Einsatz von den entstehenden Kosten her kaum akzeptabel wäre. Dabei geht es zum Beispiel darum, kleine Reparaturen durchzuführen, Lampen anzuschließen, Leuchtmittel zu beschaffen und einzusetzen oder bei Schwierigkeiten im Zusammenhang mit digitalen Anwendungen zu unterstützen.


Aufgrund der großen Resonanz und des durch die Besucher gezeigten Interesses sowohl an den Vorträgen als auch den Angeboten der Aussteller sehen sich die Initiatoren voll umfänglich darin bestätigt, diese Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt zu haben. Es bleibt zu hoffen, dass auch die am 26. November 2026 neu zu wählende Kommunale Seniorenvertretung Münster dieses überaus wichtige Thema weiter im Blick behält und die bewährte Veranstaltungsreihe zum „Wohnen im Alter“ fortführt.


