Vor Jahren in hieß es in einem Karnevalslied: „alles hat ein Ende – nur die Wurst hat zwei“. Für die Kommunale Seniorenvertretung Münster in ihrer jetzigen Zusammensetzung war die 40. Zusammenkunft am Montag, 2. November 2026 um 9.00 Uhr im Hauptausschusszimmer des Stadtweinhauses die letzte Sitzung ihrer Wahlperiode von vier Jahren. Bekanntlich wird das Gremium am 26. November 2026 neu gewählt.
Trotz einer gewissen Abschiedsmelancholie war die Tagesordnung – wie üblich – zum einen von „ständigen“ Punkten wie Finanzen, Berichts aus den Arbeitskreisen „Älter werden in…“, Berichte aus den Ausschüssen des Rates etc. geprägt. Zum anderen standen aber auch zwei Vorlagen sowie ein Beschlussvorschlag zur Beratung und Abstimmung an.
Unter dem Tagesordnungspunkt 2 „Teilfortschreibung 3. Nahverkehrsplan Stadt Münster“ ging es um die Anpassung der Linienführungen der Stadtbuslinien 1 und 9 im Altstadtbereich. Jan König und Malte Lammerding vom Amt für Tiefbau und Mobilität sowie Philipp Rose von den Stadtwerken Münster erläuterten auf Basis der Beschlussvorlage Erwägungen, Ansatzpunkte und Beweggründe für die beabsichtigte Herauslösung des Linienweges der beiden genannten Linien aus der Altstadt und insbesondere aus dem bisherigen „Schlenker“ über Rothenburg und Prinzipalmarkt.

Zum einen führten sie den seit August 2024 bereits geänderten Fahrweg aufgrund der Baustelle an der Neubrückenstraße an. Zum anderen habe sich – offenbar aufgrund dieser neuen Wegeführung – eine signifikante Erhöhung der Fahrgastzahlen in Verbindung mit einer Verkürzung der Fahrzeiten um rund 10 Minuten ergeben. Zum anderen verwiesen sie auf die Möglichkeit des Umstieges auf eine Vielzahl anderer Buslinien – diese würden die Altstadt (Haltestellen Klemensstraße und Domplatz) ansteuern. Aus dem Kreis der Mitglieder der Kommunalen Seniorenvertretung Münster gab es – teilweise sehr deutliche – Kritik an dieser Änderung. Man habe im Kontext der Baustelleneinrichtung zugesagt, nach Finalisierung der Baumaßnahmen zum alten Fahrweg zurückzukehren. Weiterhin würde bezüglich Umsteigeoptionen nicht ausreichend berücksichtigt, welche Schwierigkeiten damit insbesondere für mobilitätseingeschränkte ältere Bürger (Rollatoren, Rollstühle), aber auch Familien mit Kinderwagen verbunden seien. Die überschaubare Zahl von Beschwerden hinsichtlich der aktuell bestehenden Linienführung konnte als Argument nicht überzeugen. Bei einer erheblichen Anzahl von Enthaltungen lehnte die Kommunale Seniorenvertretung Münster die Vorlage ab.
Im Verlauf der Aussprache kam auch noch einmal die Bitte des „Runden Tisches“ zur Sprache, bezüglich der im öffentlichen Raum gerade von Älteren als störend und gefährdend eingeschätzten E Scooter sowie Fatbikes die Interessenlage der Zielgruppe der Kommunalen Seniorenvertretung Münster stärker zum Tragen zu bringen. Man brachte zum Ausdruck, dieses Thema solle seitens der neu zu wählenden Kommunalen Seniorenvertretung Münsterverstärkt in den Blick genommen werden.
Bei der unter Tagesordnungspunkt 3 gesetzten Vorlage zur Neufassung der „Richtlinien zur Förderung offener Begegnungsangebote für ältere Menschen in der Stadt Münster“ wurden zwar gewisse Bedenken laut – letztlich entschied sich das Gremium jedoch für eine Annahme.
Das Bürgernetz Münster stellt zum Jahresende 2026 seinen bisherigen Betrieb weitgehend ein – daraus ergibt sich u. a. die Notwendigkeit, für die Webseite der Kommunalen Seniorenvertretung Münster eine neue „Heimat“ (sprich: einen neuen Hoster) zu finden. Auf Basis von Recherchen des Arbeitskreises „Öffentlichkeitsarbeit und Digitalisierung“ sowie eines ausführlichen Gespräches mit dem Amt für Kommunikation der Stadt Münster lag eine vom Arbeitskreis erstellter Beschlussvorschlag vor. Dieser empfahl, die Webseite der Kommunalen Seniorenvertretung Münster künftig zu einem der großen Anbieter (hier: strato) „umzuziehen“. Diesen Vorschlag nahmen die Mitglieder an. Vertragspartner für die Kommunale Seniorenvertretung Münster wird dann die Stadt Münster sein.
Die bisherigen Mitglieder der Kommunalen Seniorenvertretung werden sich am 24. November.2026 um 18.00 Uhr zu einem Abschiedsessen im Restaurant „Mauritz-Eck“ treffen; auch Frau Dierkes hat ihre Teilnahme daran zugesagt.
Barbara Klein-Reid schloss die Sitzung, indem sie sich als Vorsitzende verabschiedete, den Mitgliedern für ihre engagierte Mitarbeit dankte und der „neuen“ Kommunalen Seniorenvertretung Münster nach deren Wahl einen guten Start wünschte.


