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Raum 381

Eröffnungsfeier des Kommunalen Integrationszentrums

 Die Eröffnungsfeier des K(Vl.) Margareta Seiling, Dr. Gerhard Bonn, Thomas Paal, Ilse Laurenz, Jochen Köhnke, Angelika Wirmer, Klaus StoppeI wurde am 23.01.2014 im Hauptausschusszimmer des Stadtweinhauses feierlich begangen. Das Rahmenprogramm gestalteten das Querflötenensemble der Musikschule Wolbeck und das Junge Theater Cactus. Für die KSVM waren Herr Dr. Bonn, Frau Laurenz, Frau Seiling, Herr Stoppe und Frau Wirmer vertreten.

 Jochen Köhnke, Dezernent für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten, begrüßte die Ehrengäste und alle Gäste und gab einen Überblick zur Vorgeschichte der Integrationspolitik in Münster.

(Vl.) Margareta Seiling, Dr. Gerhard Bonn, Thomas Paal, Ilse Laurenz, Jochen Köhnke, Angelika Wirmer, Klaus Stoppe

In NRW wurden jüngst Themen wie Integration und Migrationsfragen besonders in den Fokus gerückt. Das Land kann stolz darauf sein, dass die Kommunen sich nachhaltig einsetzen für eine gleichberechtigte Teilhabe der Migranten am gesellschaftlichen Leben. Dabei setzt jede Stadt eigene Schwerpunkte. In Münster konnte das Kommunale Integrationszentrum (KI) als städtische Fachstelle für Migration und Integration ins Leben gerufen werden. Innerhalb des Netzwerkes kommunaler Partnerschaften für Integration wurde die Thematik „Anti-Rassismus“ neben den Schwerpunkten Bildungs- und Erziehungsfragen für die nächsten zwei Jahre als Herausforderung angenommen.

Das KI Münster wird das Netzwerk der Integrationszentren stärken und hat sich intern als Ziel eine gute und gleichmäßige Entwicklung der Teilhabe von Migranten am gesellschaftlichen Leben gesetzt. Dem KI stehen ab 1.2.14 5,5 Stellen zur Verfügung. Diese verteilen sich auf acht Personen, die sich am Ende auch einzeln vorstellten.

Frau Vilhjalmsson, Bürgermeisterin, betonte, dass Rassismus gerade für Münster, die Stadt des Westfälischen Friedens, eine Herausforderung sei. Sie forderte mit den Worten von Henry James: „Dreierlei ist wichtig: 1.Toleranz, 2.Toleranz, 3.Toleranz“. Sie führte aus, dass Ende 2012 62 000 Bürger in Münster (=1/5 der Einwohnerzahl) mit Migrationshintergrund lebten. Frau Vilhjalmsson wünschte viel Freude und Erfolg bei der Migrationsarbeit, und dass den Menschen verschiedener Herkunft mit Respekt begegnet werde.

Herr Spyridon-Paul Marinos, Vorsitzender des Integrationsrats, stellt große Erwartungen an das KI. Toleranz reicht nicht aus, sie muss zur Akzeptanz führen. Jede Kultur muss nicht nur weiterleben, sondern sich entwickeln. Das sieht Herr Marinos als Verpflichtung für die Zukunft an.

Den Festvortrag hielt Herr Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani von der Fachhochschule Münster. Er widmete sich dem Thema Antirassismus. Rassismus und rassistische Haltung gibt es überall, aber richtungsweisend ist, wie offen man damit umgeht. Rassismus ist kein deutsches Phänomen, und er geht durch alle sozialen Schichten und Bevölkerungsgruppen.

Rassismus bezieht sich auf kulturelle, ethnische und religiöse Wurzeln der Menschen. Eine Ungleichbehandlung von Menschen verschiedener, unterschiedlicher Wurzeln ist Diskriminierung. Es gilt Sensibilität zu entwickeln für diese komplexen Zusammenhänge. Für den Diskriminierungsindex wird der Abstand zwischen Anspruch und Wirklichkeit gemessen. Ein hoher Index ist positiv zu werten. Aufklärung hilft!

Routine innerhalb von Organisationen muss untersucht werden, weil Erfahrung und Denkmuster oft auseinanderklaffen. Hier gilt: was ist mein Bewertungsmaßstab?

Darüber hinaus ist es eine Rassismus-Prävention, die Vertrauen schafft, wenn z. B. Migranten auf höhere Positionen in Behörden und Institutionen gesetzt werden. „Es wird besser, aber keiner kriegt’s mit“, so der Referent abschließend, weil als Bewertungsmaßstab für Erfolg „Harmonie“ gilt, der aber hier nicht hilfreich ist.

Am Ende wurden in Gruppen die Arbeitsschwerpunkte des KI „Antirassismus“, „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften“ und „ Interkulturelle Öffnung“ interaktiv vorgestellt.

 

                                                                                                                   Ilse Laurenz